SQL Server 2000 & WSUS auf Windows XP Pro
23. Dezember 2006Schon einmal versucht den SQL Server 2000 und WSUS auf Windows XP Professional zu installieren?
“Unmöglich!” sagen manche, “Wäre ja gelacht, wenn das nicht ginge!” dachte ich mir.
Natürlich geht die Installation nicht so einfach von Statten, wie eine “normale” Installation, denn man muss zu einigen Tricks greifen (bei denen man sich auch ohne weiteres sein System zerstören kann). Deshalb sind alle folgenden Massnahmen und Eingriffe (besonders die in die Registry) mit Vorsicht zu genießen und sollten nur durchgeführt werden, wenn man:
- vorher ein Backup angelegt hat
- die nötige Erfahrung im Umgang mit der Registry hat
- das nötige Vertrauen in seine Fähigkeiten hat
Falls die oben genannten Punkte alle mit “Ja!” beantwortet werden können: Los geht’s!
Um den SQL Server und den WSUS überhaupt auf Windows XP Professional installieren zu können, muss man dem Installationsprogramm vorgaukeln, dass es auf einem Server installiert werden soll. Wie das geht beschreibt der folgende Artikel. Die aus meiner Sicht wichtigsten Dinge sind “fett” markiert. (Anmerkung: Der Artikel beschreibt lediglich die Installation des WSUS. Klarerweise muss vorher der SQL Server auf die gleiche Weise installiert werden!)
WSUS auf dem Desktop
Schon beim WSUS-Vorläufer SUS hatten wir entdeckt, dass es keinen technischen Grund dafür gibt, dass Microsoft ein Server-Betriebssystem für den Betrieb voraussetzt. Der Internet Information Server, auf dem die WSUS aufbauen, lässt sich auch bei Windows XP Professional und der Workstation-Ausgabe von Windows 2000 unter “Systemsteuerung/Software” als Windows-Komponente nachinstallieren.
Das Installationspaket der WSUS verweigert wie der Vorläufer auf Desktop-Systemen die Installation – es lässt sich mit der in [1] beschriebenen Methode nicht mehr überlisten. Wir haben aber einen neuen Weg gefunden, den WSUS-Server zu Testzwecken auf den einfachen Windows-Versionen zu installieren: Man muss das Betriebssystem nur davon überzeugen, sich als Server auszugeben, damit das WSUS-Paket keinen Verdacht schöpft.
Auch für die Installation der WSUS auf einem Desktop-Windows sind zunächst die im Artikel beschriebenen Software-Voraussetzungen zu erfüllen. Windows XP mit Service Pack 2 ist gut gerüstet: Der Systemdienst BITS 2.0 ist bereits an Bord und auch die Datenbank-Engine WMSDE lässt sich installieren.
Microsoft hat ein paar Hürden aufgebaut: Ein Systemprozess schlägt Alarm, sobald man einen der beiden Registry-Einträge ändert, in denen das installierte Windows vermerkt, ob es ein Server- oder Client-Betriebssystem ist. Die relevanten Werte lassen sich also nur von einem zweiten Windows-System aus bearbeiten. Geeignet ist dafür auch ein von CD startendes Windows PE, das der kostenlose PE-Builder von Bart Lagerweij aus einer normalen Installations-CD erstellt [4].
Nachdem das Zweitsystem gestartet ist, fertigen Sie als Erstes eine Sicherheitskopie der Registry-Datei C:\Windows\system32\config\system des zu manipulierenden Systems an. So können Sie die folgenden Änderungen wieder rückgängig machen, wenn bei der Bearbeitung etwas schief gehen sollte.
Nun starten Sie regedit.exe und klicken den Zweig HKEY_LOCAL_MACHINE an. Mit der Funktion “Datei/Struktur laden…” öffnen Sie anschließend die originale Registry-Datei “system”. Achten Sie darauf, das richtige Laufwerk auszuwählen! Regedit fragt nach einem frei wählbaren Namen, unter dem es die fremde Registry als neuen Zweig einblendet. Die hier vorgenommenen Änderungen schreibt Windows dabei sofort auf die Platte.
Der erste relevante Eintrag befindet sich direkt unter “Setup”. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag SystemPrefix und benennen Sie ihn in SystemPrefixOrig um. Dann erstellen Sie einen neuen Binärwert mit dem Namen SystemPrefix: Die ersten vier Bytes übernehmen Sie vom Originalwert, die letzten vier Bytes lauten “00 00 32 DC”.
Den zweiten Eintrag findet man unter einem der Zweige, die mit ControlSet benannt sind. Die Nummer des ControlSet-Zweigs, den Sie bearbeiten müssen, finden Sie im Wert Current des Schlüssels Select – dieser Wert bestimmt, welchen Registry-Zweig Windows im laufenden Betrieb als CurrentControlSet lädt. Benennen Sie nun den Wert ProductType im Schlüssel ControlSet00x\Control\ProductOptions\ in ProductTypeOrig um und erstellen Sie ihn mit der Zeichenfolge “ServerNT” neu. Die Änderungen schließen Sie mit dem Befehl “Struktur entfernen…” aus dem Datei-Menü ab. Das wars.
Beim nächsten Start meldet Windows, es gehöre zur “Server Family”. Zwar hagelt es Fehlermeldungen und nicht alle Systemdienste starten, das Installationspaket wsussetup.exe sollte jetzt aber nichts mehr zu meckern haben. Direkt nach der Installation machen Sie die Registry-Änderungen wieder rückgängig – der installierte WSUS-Server läuft weiter.
Auf einem unserer Testsysteme meldete der Server nach der Umstellung zunächst, dass der Dienst “Update Services” nicht fehlerfrei gestartet sei. Das Problem ließ sich in der Diensteverwaltung beheben, indem wir in den Eigenschaften des Dienstes unter “Anmelden” als Benutzerkonto statt “NT AUTHORITY\NETWORK SERVICE” das lokale Systemkonto einstellten.
Artikel aus: c’t 14/2005, S. 178, “Eilige Arzneimittel”, Stefan Finkenzeller
Die einzelnen Schritte nochmals kurz zusammengefasst:
- Windows PE CD anfertigen und dann von ihr booten
- Backup der Datei “C:\Windows\system32\config\system” anfertigen
- Die Datei “C:\Windows\system32\config\system” in regedit als nachladen
-
- Die im Artikel beschriebenen Werte ändern
- Struktur in regedit schließen
- System neu starten
- Installationen durchführen
-
- SQL Server installieren
-
- WSUS installieren
- Wieder mit der CD booten
- Die Änderungen wieder rückgängig machen
- System neu starten
Das sollt’s gewesen sein!





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